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  • Zitadelle Spandau, Berlin
  • Fort Gorgast, Kaserne, Brandenburg
  • k.u.k. Fort Gorazda, Kehlseite, Montenegro
  • Ehemalige Batterie Boutelle, San Francisco, USA
  • Artilleriewerk Opera 7 des Vallo Alpino, Monte Croce Comelico, Sbarramento Alto Padola Cresta di Vallorera, Karnische Alpen, Italien
  • Erhaltene Fassade des nach 1945 gesprengten Flakturmes im Humboldthain, Berlin
  • 38,1 cm Kanone der 43. Batería Punta Paloma Alta, Tarifa, Spanien
  • Postazione M2 des neuen Vallo Alpino, Passo di Tanamea, Italien
  • Bogendeckung für Kampfflugzeuge auf dem ehemaligen sowjetischen Flugplatz Brand, Brandenburg


Das vierteljährlich erscheinende Mitgliederheft Am Wall beinhaltet kurze Beiträge zu Befestigungen aller Art, informiert über Termine, Aktuelles rund um den Verein und präsentiert ausgewählte Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt. Das Heft ist für Mitglieder kostenlos.

Bezugspreis für Nichtmitglieder pro Einzelheft
Nummern 16-39 2,50 €
Nummern 40ff. 3,50 Euro

Inhaltsverzeichnis der Hefte 1-50 (Autor: Oliver Zauzig) PDF

Inhaltsverzeichnis der Hefte 21-81 (Autor: Peter Schwöbel) PDF

Sonne, Bier und Gummistiefel. Bericht zur INTERFEST-Jahrestagung in Antwerpen vom 06. bis 10. Mai 2018

Text: Oliver Zauzig und Sebastian Höbig, Bilder: S. Höbig

Damit hatte der noch amtierende Geschäftsführer Florian Brouwers wohl nicht gerechnet, aber alle Teilnehmer hatten seine Anweisungen genauestens studiert und sich an den Vorgaben orientiert. Anders lässt es sich nicht erklären, dass fast alle Teilnehmer ihre Gummistiefel dabei hatten (und einige Wenige sogar einen Helm). So war es auch unvermeidbar, dass ständig jemand fragte, wann denn das wasserdichte Schuhwerk benötigt werde. Spätestens am zweiten Tag war klar, dass es nicht wirklich einen Grund gab, die unhandlichen Dinger mitzuschleppen. Trotzdem war damit das geflügelte Wort, oder besser: der geflügelte Satz bei den Teilnehmern in aller Munde. Damit ließ sich vorzüglich scherzen, was immer eine gute Voraussetzung ist, drei Tage miteinander gut auszukommen. Das hat auch vorzüglich geklappt.

Weiterlesen: Am Wall Nr. 103 - Sonne, Bier und Gummistiefel Bericht zur INTERFEST-Jahrestagung in Antwerpen vom 06. bis 10. Mai 2018

Mallorcas Obelisken - Eine verspätete Antwort

Text und Bilder: Oliver Zauzig

Im AM Wall 65 (Dezember 2008) fragte unser damaliger Präsident, Matthias Schneider, nach der Funktion der „Obelisken“, die sich in der Bucht von Alcúdia im Nordosten der spanischen Baleareninsel Mallorca befinden. Er vermutete, dass diese zur Orientierung bzw. zu Übungszwecken für die spanische U-Boot-Waffe dienten, die auf der Insel bis in die frühen 1970er Jahre einen Stützpunkt hatte.

Dass es sich bei diesen jeweils in Paaren auftretenden Bauwerken um Militärhinterlassenschaften handelt, ähnlich der zahlreichen kleinen MG-Bunker, die sich meist in unmittelbarer Strandnähe in der Bucht befinden, scheint unbestritten. Diese „Torres d’enfilació“ werden, im Gegensatz zu den Bunkern, von vielen Besuchern wahrgenommen, was auch damit zusammenhängt, dass die meisten Reiseführer darüber informieren und diese meist als U-Boot-Peiltürme aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs deklarieren.

Ruine von Turm 8a in der Nähe von Son Serra de Marina
Insgesamt wurden 14 Turmpaare gebaut, die vom Hafen von Alcúdia bis Colonia de Sant Pere entlang der Küste errichtet wurden. An anderen Stellen Mallorcas finden sich die Türme nicht. Ihre ursprüngliche Funktion bestand darin, an ihnen das Unterwasserschießen von U-Booten aus zu trainieren. Von 1940 bis in die frühen 1970er Jahre war die Bucht Übungsgebiet der spanischen Marine.

In der an der Nordküste Mallorcas liegenden Stadt Sóller gab es bis 1970 ein U-Boot-Ausbildungszentrum, die „Escuela de Armas Submarinas de Sóller“, die von Kapitän Don Luís Ferragut Pou geleitet wurde. Für die praktischen Übungen fuhren die U-Boote in die Bucht von Alcúdia, die aufgrund der dort herrschenden Wetterbedingungen und sonstigen Eigenschaften als ganzjähriges Übungsgebiet besser geeignet war, als die offene See vor Sóller. Die U-Boote positionieren sich in der Mitte der Bucht und absolvierten verschiedene Übungen, wobei sie die jeweiligen Turmpaare in Deckung bringen mussten. Es ging wohl vornehmlich um das Üben der Positionierung des U-Bootes.

Und im Gegensatz zur Bucht von Palma hatte die Marine dort „ihre Ruhe“ vor dem zivilen Schiffsverkehr, da die kleinen Häfen in der Bucht lediglich den lokalen Fischern als Anlaufpunkte und Umschlagplätze dienten.

Über die Praxis bzw. über die jeweiligen Übungen haben sich in den Archiven keine Unterlagen erhalten. Was also bleibt, sind die Bauwerke selbst. Nicht alle Türme haben die Zeit überstanden. Manche sind ganz weggerissen, einige nunmehr Ruinen und einige restauriert sowie frisch bemalt. Von den einst 28 Türmen sind immerhin noch 17 erhalten.

Rekonstruierter Tum 10a bei Sa Colònia Sant Jordi, Son Viulí
Die Zeit hat Veränderungen an den Bauwerken herbeigeführt. In einem Forschungsprojekt der Technischen Universität in Barcelona (Universitat Politècnica de Catalunya) wurde der Erhaltungszustand dokumentiert. Aus dieser Quelle stammen auch die meisten Informationen dieses Beitrages.

Trotzdem sollten nicht alle Angaben ungeprüft übernommen werden. So heißt es pauschal im Text, dass die Turmpaare sich in gleichen Abständen entlang der Bucht befänden und jeweils in einem Abstand von 1.240 Metern voneinander getrennt lägen, wobei die Türme eines Paares sich jeweils 200 Meter weit voneinander befinden sollten. Doch beim „Nachmessen“ der Abstände (in GoogleEarth) zwischen den Türmen wie den Turmpaaren ergeben sich Werte, die zwischen den Turmpaaren von 1.000 bis 10.000 Meter variieren und die Distanz zwischen den Türmen eines Paares zwischen 110 und 200 Meter liegt, wobei die Distanz im Schnitt bei circa 120 Meter liegt. So viel „Abweichung“ ist sicher nicht Fehlern der optischen Aufnahme bzw. Entzerrung oder der Bildzusammensetzung von GoogleEarth geschuldet. Nun sind jedoch bei der Aufnahme die bereits komplett weggerissen Turmpaare nicht mehr aufgeführt, d.h. sie werden in der oben genannten Untersuchung auch nicht mitgezählt. Ergänzt man daher die sich auftuenden Lücke zwischen dem Hafen von Alcúdia und Platja de Muro mit den vier komplett weggerissen Turmpaaren, so ergibt sich wohl eine mittlere Distanz zwischen 1 und 2 Kilometern, zumindest für diesen Abschnitt. Die zweite größere Lücke zwischen Son Real und Son Serra de Marina könnte mit noch weiteren vier bis fünf Turmpaaren wohl „geschlossen“ werden, um zumindest theoretisch einigermaßen „gleiche Abstände“ zu schaffen. Daher kann von regelmäßigen Abständen nicht die Rede sein, und schon gar nicht von gleichen. Zudem haben die Turmpaare unterschiedliche Höhen, so variieren diese zwischen den Turmpaaren von Son Serra de Marina und Sa Colònia Sant Jordi, Son Viulí geschätzt um ein Drittel (Vergleichen Sie mal die Bilder!).

Rekonstruierter Tum 10b bei Sa Colònia Sant Jordi, Son Viulí
Die Türme fußen auf Betonfundamenten, die im Schnitt jeweils 2,50 x 2,50 Meter messen, jedoch unterschiedlich stark sind. Die Dicke reicht dabei von 0,50 bis 1,20 Meter. Die Türme selbst sind konisch nach oben verjüngt und bestehen aus Sandsteinmauerwerk. Oben findet sich ein Abschluss in Form einer Pyramide, deren Höhen und damit Seitenlänge zwischen den Türmen eines Paares variieren. Die Türme sind innen hohl, mit Steigeisen und Trittflächen versehen und die Zugänge mit Gittertüren gesichert bzw. ganz zugemauert. Sie waren ursprünglich verputzt und weiß gestrichen sowie auf verschiedenen Ebenen mit roten Markierungen versehen.

Einige Türme haben eine Art Ausguck, wobei unklar ist, ob dies ursprünglich baulich bereits so war oder ob diese „Balkone“ später hinzugefügt wurden. Ob die Türme in irgendeiner Weise „bedient“ wurden – z.B. mit Licht- oder optischen Signalen – ist unklar. Offensichtlich waren sie nur für Tagübungen gedacht, obwohl das jetzt spekulativ ist. Die meisten Türme sind von außen frei zugänglich und abhängig vom Tageslicht und der Position sehr fotogen.

Sollten Sie in der Nähe sein, schauen Sie sich ein oder zwei Turmpaare an. Für den Besuch hilft die folgende Koordinatenübersicht

Übersicht zu den noch vorhandenen Türmen: Lage (GPS-Koordinaten) und baulicher Zustand
Turmpaar Alcúdia Hafen
Turm T01a: 39°50'6.36"N / 3°8'51.97"E, Ruine
Turm T01b: abgerissen
Turmpaar Platja de Muro
Turm T02a: 39°47'37.14"N / 3°7'31.02"E, Ruine
Turm T02b: 39°47'34.05"N / 3°7'27.83"E, Ruine
Turmpaar Dunes d’es Comú de Muro
Turm T03a: 39°47'8.18"N / 3°7'54.58"E, Ruine
Turm T03b: 39°47'5.38"N / 3°7'51.64"E, Ruine
Turmpaar Caseta dels Capellans
Turm T04a: 39°46'42.37"N / 3°8'21.88"E, Ruine
Turm T04b: 39°46'39.63"N / 3°8'18.91"E, Ruine
Turmpaar Can Picafort
Turm T05a: 39°45'58.62"N / 3°9'24.35"E, in Stand gesetzt / restauriert
Turm T05b: 39°45'53.48"N / 3°9'18.89"E, in Stand gesetzt / restauriert
Turmpaar Can Picafort, Son Bauló
Turm T06a: 39°45'41.97"N / 3°10'1.26"E, in Stand gesetzt / restauriert
Turm T06b: abgerissen
Turmpaar Son Real
Turm T07a: 39°45'9.50"N / 3°11'15.18"E, Ruine
Turm T07b: 39°45'6.47"N / 3°11'11.93"E, Ruine
Turmpaar Son Serra de Marina
Turm T08a: 39°43'49.19"N / 3°14'22.06"E, Ruine
Turm T08b: 39°43'46.09"N / 3°14'18.82"E, Ruine
Turmpaar Sa Colònia de Sant Jordi, poble (Siedlung)
Turm T09a: abgerissen
Turm T09b: 39°44'20.26"N / 3°16'44.22"E, Ruine
Turmpaar Sa Colònia Sant Jordi, Son Viulí
Turm T10a: 39°44'41.60"N / 3°17'23.15"E, in Stand gesetzt / restauriert
Turm T10b: 39°44'38.90"N / 3°17'27.44"E, in Stand gesetzt / restauriert

Fotos:
http://joanforteza.wixsite.com/fotograf/portraits (letzter Aufruf: 30.04.2018)
http://jalbum.net/de/browse/user/album/1443150 (letzter Aufruf: 30.04.2018)

 
 

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INTERFEST-Jahrestagung
Berlin
1. – 5. Mai 2019
31.08.2018 - Schweiz
Artillerie-Werk Kammfluh wieder mit Geschütz
Jungfrau Zeitung
28.08.2018 - Norderstedt
Orte deutscher Rüstungsproduktion
Hambuger Abendblatt
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Museum Festung Dömitz
Ludwigsluster Tageblatt
25.08.2018 - Dresden
Umbau der Festung Dresden begonnen
t-online
25.08.2018 - Schweiz
Beobachtungsbunker Rein in Rüfenach freigelegt
Aargauer Zeitung
13.08.2018 - Stadtallendorf
Füllgruppe II des ehemaligen Wasag-Werkesmuss Autobahnbau weichen
Oberhessische Presse