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Das Festungsmuseum im Fort Oberer Kuhberg bietet neben originalgetreu hergerichteten Kasematten und der Modellkammer im Kriegspulvermagazin auch für den Geschützliebhaber einige Höhepunkte: drei verschiedene Modelle bayerischer Bombenmörser und den einzigen Nachbau eines 6-pfünder Kasemattgeschützes in Liel’scher Kasemattenlafette (1843). Alle Geschütze waren ursprünglich in diesem Fort bis 1874 im Einsatz.

Das Fort Oberer Eselsberg, Nebenwerk (1883-1887, 1903-1905, 1914) wird vom Förderkreis Bundesfestung als Außenstelle des Festungsmuseums genutzt, ebenso der Stützpunkt 58 (1914). Dieser steht als das einzige erhaltene Ensemble von sechs Wellblech-Beton-Unterständen unter Denkmalschutz. Die nachgebaute Inneneinrichtung eines Wachtraums lässt die räumliche Enge dieser Festungswerke erahnen.

Einen besonderen Höhepunkt stellt die Besichtigung der Zitadelle Wilhelmsburg (mit Museumsstützpunkt) und Wilhelmsfeste dar. Nirgends ist die ursprüngliche Stärke der Bundesfestungswerke eindrücklicher sichtbar als hier. Wilhelmsfeste und Fort Prittwitz liegen heute auf dem Gelände einer Bundeswehr-Kaserne. Eine Sonderführung ist für Teilnehmer aus NATO-Mitgliedsstaaten vereinbart worden. Für Teilnehmer aus anderen Staaten wird ein Alternativprogramm vorbereitet.
Daneben gibt es viele weitere Forts, Bastionen, Mauerzüge und Tore auf beiden Ufern der Donau zu sehen.

Knapp 150 km von Ulm entfernt liegt die bayerische Landesfestung Ingolstadt. Sie ist das Ziel einer Tagesexkursion. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Besichtigung des Forts VI „Prinz Karl“, dem einzigen erhaltenen Biehler-Fort dieser Festung. Es dient seit den 1970er Jahren zur Munitionsentschärfung und kann nur im Rahmen von Sonderführungen besichtigt werden. Seit 1999 hat der Freistaat Bayern mehrere Millionen Euro in die Absicherung des Forts und Fassadensanierungen investiert.
Natürlich wollen wir uns auch die schön hergerichteten Reste der Stadtumwallung ansehen – mit den klassizistischen Festungstoren und Turmbefestigungen Leo von Klenzes.

Vorträge:
Zwei Abende sind für Vorträge reserviert. Referenten werden hiermit herzlich eingeladen.
Die Themen sollten sich mit dem Festungsbau des 19. und frühen 20. Jahrhunderts auseinandersetzen.

Organisatorisches
Tagungszeitraum: 30.04. bis 05.05.2020
Tagungssprachen: deutsch, englisch, französisch, polnisch, russisch

Programm:
Donnerstag, 30.04.20
Anreise, abends zwanglose Zusammenkunft in einer Ulmer Gaststätte
Freitag, 01.05.20
Fort Oberer Kuhberg; Stützpunkt Gleiselstetten; Fort Unterer Kuhberg. Abends Vorträge
Samstag, 02.05.20
Exkursion Ingolstadt: Fort Prinz Karl; Hauptumwallung
Sonntag, 03.05.20
Untertreteraum 31; Fort Oberer Eselsberg, Nebenwerk; Fort Oberer Eselsberg, Hauptwerk; Fort Unterer Eselsberg; Abends Vorträge
Montag, 04.05.20
Wilhelmsfeste; Fort Prittwitz; Wilhelmsburg; Kienlesberg-Befestigungen; Blaubeurer Tor
Dienstag, 05.05.20
Hauptumwallung Neu-Ulm mit Kriegspulvermagazin II; Fort Illerkanal; Stützpunkt 58
Mittwoch, 06.05.20
Abreise. Fakultativ: Fort Safranturm; Fort Albeck; Örlinger Turm; Gaisenberg-Befestigungen; Untere Stadtbefestigung; Fort Friedrichsau.

Tagungsgebühr: voraussichtlich 50 EUR (Busfahrt, Eintritt, Catering an zwei Abenden).

Tagungsorte: Fort Oberer Kuhberg, Fort Oberer Eselsberg, Nebenwerk

Unterkunft: In Hotels, Pensionen und Privatzimmern in Ulm und Neu-Ulm. Reservierung in Eigenregie.

Eine Vorschlagsliste wird nach Anmeldung bekannt gegeben.

Vorträge: Anmeldung der Referate bis zum 01.03.2020. Präsentationszeit: maximal 30 Minuten. Da die Vorträge nicht simultan in verschiedene Sprachen übersetzt werden können, wird um Abgabe einer höchstens einseitigen Zusammenfassung gebeten. Dieses Kurzreferat wird ins Polnische, Russische und Deutsche übersetzt und ausgeteilt. Eine möglichst aussagekräftige abbildungsreiche Präsentation ist daher sinnvoll.

Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Anmeldeschluss: Sonntag, 01.03.2020

Programmänderungen vorbehalten.

Einladung zur 3. Internationale Tagung Biehler-Forts in Ulm

75 Jahre Unternehmen „NORDWIND“

Bericht (deutsch)

Bericht (französisch)

Im Januar 2020 jährt sich zum 75. Mal das Unternehmen „Nordwind“. Damals, im Jahr 1945 wurden viele elsässische und lothringische Dörfer zwischen Saar und Rhein zweimal befreit. Es war der allerletzte Versuch der deutschen Wehrmacht, zumindest im Westen, die militärische Initiative wieder zu gewinnen. Nach einigen Anfangserfolgen stockte das Vorgehen; die gesteckten Ziele wurden nie erreicht. Die schweren Kämpfe bei Eis und Schnee forderten nicht nur bei den Soldaten beider Seiten zahlreiche Opfer, sondern auch bei der Zivilbevölkerung, die vor dem Beginn der Kämpfe nicht mehr – wie 1940 – evakuiert werden konnte. Die Dörfer im Kampfgebiet wie Achen, Rimling, Wingen, Hatten, Rittershofen, Herrlisheim, Gambsheim und Kilstett waren danach aufgrund der Kämpfe von Haus zu Haus nur noch Ruinenlandschaften.

Zwischen dem Erinnern an die sogenannte „Ardennen-Offensive“ und der sowjetischen Großoffensive in Richtung Berlin ist das Unternehmen „Nordwind“ in Vergessenheit geraten. So entstand jüngst die Idee, an die Opfer dieser Kämpfe in Form eines grenzübergreifenden Erinnerungs-Wochenendes zu Gedenken.

Am Samstag den 11.01.2020 und am Sonntag den 12.01.2020 werden die öffentlich zugänglichen Festungsmonumente zwischen Saar und Rhein öffnen. Der Studienkreis Interfest beteiligt sich als Partner und lädt seine Mitglieder dazu ein, die in der Teilnehmerliste aufgeführten Festungs-Bauwerke und Veranstaltungen zu besuchen.

Die vergessene Offensive zwischen Saar und Rhein

Teilnehmer-Liste

Zwischen Saar + Vogesen

- Casemate Achen Nord: rue du Fort, F-57412 Achen, Samstag, 11.01.2020, 13:00 Uhr - 21:00 Uhr und Sonntag, 12.01.2020, 09:00 Uhr - 18:00 Uhr, Besichtigung der Casemate, Ausstellung „NORDWIND“ im Abschnitt Achen, Kalhausen, Singling in der Mairie de Achen, 7 rue de Wiesviller, F-57412 Achen

- Fort Casso: Route départemantale 84, F-57410 Rohrbach-lès-Bitche, Sonntag, 12.01.2020, 14:00 Uhr - 16:00 Uhr, geführte Besichtigung in historischen Uniformen, Foto-Ausstellung

- Ouvrage du Simserhof: Rue André Maginot, F-57410 Siersthal, Samstag, 11.01.2020 und Sonntag, 12.01.2020, 10:00 Uhr - 16:00 Uhr, oberirdische Besichtigung der Werksoberfläche rund um den Block 5

Westpfalz

- Westwall Museum Festungswerk Gerstfeldhöhe, In der Litzelbach, D-66955 Pirmasens, Samstag, 11.01.2020, 13:00 Uhr - 17:00 Uhr, offene Führung 14:30 Uhr, Sonderausstellung über das Unternehmen „NORDWIND“ im Zusammenhang mit dem Festungswerk Gerstfeldhöhe

Vogesen, Nord-Elsass und nördlich Straßburg

- Espace Mémoire WW2: 57 rue St. Sébastian, F-57230 Bitche, Samstag, 11.01.2020 und Sonntag, 12.01.2020, 14:00 Uhr - 18:00 Uhr, Ausstellung zu den Kämpfen während dem Unternehmen „NORDWIND“ im Bitscher Land

- Casemate de Dambach-Neunhoffen: 19 rue principale, F-67110 Dambach, Sonntag, 12.01.2020, 14:00 Uhr - 17:30 Uhr, Öffnungstag, Die Maginot-Linie im Rahmen des Unternehmens „NORDWIND“

- Ouvrage du Four à Chaux: Route départemantale 65, F-67510 Lembach, Samstag, 11.01.2020 und Sonntag, 12.01.2020, jeweils um 14:30 Uhr Führung in deutscher und französischer Sprache

- Fort de Schoenenbourg, Route du Commandant Reynier, F-67250 Hunspach, Samstag, 11.01.2020 und Sonntag, 12.01.2020, jeweils 09:30 Uhr - 11:00 Uhr und 14:00 Uhr - 16:00 Uhr, Öffnungstag

- Casemate Rieffel, rue de l´herbe, F-67250 Oberroedern, Sonntag, 12.01.2020, 10:00 Uhr - 12:00 Uhr und 13:30 Uhr - 17:00 Uhr, Öffnungstag, Das Unternehmen „NORDWIND“ im Abschnitt Hatten - Rittershoffen

- Casemate Esch, Route de Seltz, F-67690 Hatten, Samstag, 11.01.2020 und Sonntag, 12.01.2020, 10:00 Uhr - 17:00 Uhr, „NORDWIND“ rund um die Casemate, Führung durch die Casemate

- Casemate Kilstett: rue de la Foret, F-67840 Kilstett, Samstag, 11.01.2020 und Sonntag, 12.01.2020 sowie Samstag, 18.01.2020 und Sonntag, 19.01.2020, jeweils 10:00 Uhr - 17:00 Uhr, Öffnungstage in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kilstett

- “Battlefield-Tour” im Bereich des Brückenkopfes Gambsheim, Samstag, 11.01.2020 (separate Ausschreibung folgt)

Südpfalz

- Festung Germersheim: D-76726 Germersheim: Samstag, 11.01.2020, Vortrag: „Die Eisenbahnbrücke von Germersheim“, weitere Angaben folgen in der örtlichen Presse

- Westwall-Museum Bad Bergzabern, Kurfürstenstraße 21, D-76887 Bad Bergzabern, Samstag, 11.01.2020 und Sonntag, 12.01.2020, Öffnungstag jeweils von 13:00 Uhr - 17:00 Uhr

Baden

- Regelbau 32 (Sanitätsunterstand): Ruchenstraße 9A, D-76706 Dettenheim-Rußheim, Sonntag, 12.01.2020, 14:00 Uhr - 17:00 Uhr, Öffnungstag

- Wehrgeschichtliches Museum Rastatt: Herrenstraße 18, D-76437 Rastatt, Auftaktveranstaltung 10.01.2020, Vortrag „Unternehmen NORDWIND - Die vergessene Offensive zwischen Saar und Rhein“ sowie Präsentation der Teilnehmer

- Regelbau 10: An der L 75 (Bushaltestelle Merceau), D-76437 Rastatt, Sonntag, 12.01.2020, 10:00 Uhr - 16:00 Uhr, Führung durch den Westwallbunker, Ausstellung zum Thema „NORDWIND“

- Geschichtsfreunde Rheinau-Freistett: D-77866 Rheinau-Freistett, Vortrag 09.01.2020, weitere Angaben folgen in der örtlichen Presse

- Tarnbunker: Elsässer Straße 18, D-77694 Kehl-Neumühl, Sonntag, 12.01.2020 Öffnungstag, 14:00 Uhr - 17:00 Uhr

- Museumsbunker “Emilie”: Ulmenweg 6, D-77742 Neuried-Altenheim, Sonntag, 12.01.2020, 12:00 Uhr - 16:00 Uhr, Öffnungstag, Ausstellungstafeln „NORDWIND“ und „SONNENWENDE“

Die Betreuer der jeweiligen Festungsanlagen behalten es sich vor, je nach Witterung die jeweiligen Öffnungszeiten zu ändern.

Einige der teilnehmenden Festungsbauwerke erheben Eintritt. Bitte bezahlen Sie diesen direkt vor Ort.

Die Organisatoren des Erinnerungs-Wochenendes „NORDWIND“ sowie die einzelnen Betreuer-Teams der Festungsbauwerke schließen jegliche Haftung für Personen-, Sach- und Vermögensschäden vor, während und nach der Veranstaltung aus. Die Teilnahme am Erinnerungs-Wochenende „NORDWIND“ erfolgt auf eigene Gefahr.

Wir bedanken uns bei den Partnern des Erinnerungs-Wochenendes „NORDWIND“ für die Unterstützung sowie beim Musée de l´ Abri in F-67690 Hatten für die Möglichkeit, dort die Pressekonferenz zum Erinnerungs-Wochenende „NORDWIND“ am 07.01.2020 abhalten zu können.

Friedrich Wein

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Unterstützung durch die Fachgemeinde


Investor will das Kriegsspital der Festung Ulm umbauen.

Der Förderkreis Bundesfestung Ulm e.V. schrieb einen offenen Brief und erstellte diverse Infoblätter und versendete diese an die Stadtverwaltung, diverse Behörden und Institutionen, um auf die Bedeutung des einmaligen Bauwerks hinzuweisen.

Weitere Infos finden Sie hier.

Das Präsidium der Interfest wurde von Seiten des Förderkreises gebeten, möglichst viele Fachleute zu mobilisieren, um sich an dem Protest zu beteiligen. Wir möchten unsere Mitglieder dazu aufrufen, im Sinne der Erhaltung von europäischem Kulturgut, gegen diese Form der Verwertung zu protestieren. Das Präsidium wird im Namen aller Mitglieder eine Protestnote an den Oberbürgermeister der Stadt Neu-Ulm und an das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege senden.