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Das vierteljährlich erscheinende Mitgliederheft Am Wall beinhaltet kurze Beiträge zu Befestigungen aller Art, informiert über Termine, Aktuelles rund um den Verein und präsentiert ausgewählte Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt. Das Heft ist für Mitglieder kostenlos.

Bezugspreis für Nichtmitglieder pro Einzelheft
Nummern 16-39 2,50 €
Nummern 40ff. 3,50 Euro

Inhaltsverzeichnis der Hefte 1-50 (Autor: Oliver Zauzig) PDF

Inhaltsverzeichnis der Hefte 21-81 (Autor: Peter Schwöbel) PDF

Diese einmalige 188 Seiten umfassende Dokumentation können Sie für nur 10 € (Zusendung als Datei via wetransfer) oder für 15 € als CD-ROM (Versand inklusive) beim Präsidium ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) erwerben.



Otmar Rogge: Flügelstabilisierte Langgeschosse der Artillerie


Rezension von Herbert Jäger

„Die Artillerie kennt weder Freund noch Feind, nur lohnende Ziele.“ Das ist sicher unwahr. Wahr ist aber, dass die Artillerie stets bemüht ist, noch weiter zu schießen und mehr Wirkung im Ziel zu erreichen. Das zeigte sich im 1. Weltkrieg bei der 21-cm Kanone, dem Parisgeschütz, das mit 200 kg Treibladung aus einem L/162 langem Rohr 128 km weit schoss und im 42-cm M-Gerät, der „Dicken Berta“, mit Geschossgewichten bis 810 kg. Und vor dem 2. Weltkrieg wuchsen die Kaliber weiter bis zum selbstfahrenden 60-cm Mörser auf Kettenlaufwerk KARL und darüber hinaus bis zur 80-cm Kanone DORA. Nur die Schussweite blieb mit der 21-cm K 12 bei den 120 km der Pariskanone stehen. Mehr schien nicht möglich. Und jetzt tritt ein Mann auf den Plan, der sich darüber schon früher Gedanken machte: August Coenders. Er war bereits vor dem 1. WK als Waffenkonstrukteur tätig gewesen, als er 1912 bei den Stahlwerken Beckers eine 2-cm Maschinenkanone mit Vorlaufzündung konstruierte, die als 2-cm Becker im Krieg als Pak und Flak eingesetzt wurde, nach dem Krieg durch verschiedene Herstellerfirmen lief, bis sie als 2-cm MG-FF (flügelfest=starr eingebaut) bei der Luftwaffe landete. Nach dem Krieg ging C. nach Frankreich, als Waffenkonstrukteur im Arsenal Puteux. Danach kehrte er nach Deutschland zurück und widmete sich der Reichweitensteigerung durch Unterkaliber-Langgeschosse. Bekanntlich funktioniert die Drallstabilisierung von Geschossen nur bis L/6. Darüber hinaus sind die Luftkräfte zuständig, die durch Flossen/Flügel am Geschossboden wirken. Unterkalibergeschosse erfahren dabei eine beträchtliche Erhöhung der Querschnittsbelastung, was zu größerer Schussweite und tieferem Eindringen in das Zielmaterial führt. (Wer Näheres wissen will, möge die beiden Begriffe „Unterkaliber“ und „Querschnittsbelastung“ bei Wikipedia nachlesen). C. begann als Oberingenieur bei den Stahlwerken Röchling-Buderus und entwickelte dort sein Langgeschoss, das er 1938 in Kummersdorf dem Heereswaffenamt vorstellte. Dieses überschüttete seine Erfindung mit Hohn, was eine alte Tradition scheint, wenn man an die Vorstellung von Haussers Rohrrücklaufkanone 1893 vor der APK denkt. C. versuchte dann sein Langgeschoss an die Franzosen und Briten zu verkaufen, was ihm ebenfalls Ablehnung und zuhause den Verdacht der Gestapo einbrachte. Kurz vor dem Krieg drehte sich der Wind. Das HWA zeigte plötzlich Interesse und die Entwicklung des Röchling-Geschosses begann, hauptsächlich als Granate, aber auch als inertes Geschoss. Später erhielt C. sogar den Todt-Orden und trat mit einer weiteren Erfindung hervor, seiner 15-cm Mehrkammer-Kanone, die als „Hochdruckpumpe“ bezeichnet und später in V 3 umgetauft wurde. Damit tritt Coenders in diesem Bericht ab und die Entwicklung seines Unterkaliber-Geschosses in den Vordergrund.

Die verschiedenen Truppengattungen des Heeres zeigten sich fast einstimmig wenig begeistert von dem Röchling-Langgeschoss, sie fanden es zu lang für das Mitführen in Panzerfahrzeugen und für die Ladetätigkeit, auch glitten die Spitzen von der Panzerung ab oder die Geschosse brachen beim Auftreffen. Schließlich blieb nur noch eine einzige Verwendungsmöglichkeit: Der Beschuss von Befestigungen, was recht merkwürdig erscheint, da zu diesem Zeitpunkt (1942) alle Befestigungen in Europa in deutscher Hand waren, wenn man von Großbritannien und Gibraltar absieht. Die Möglichkeit, kürzere Geschosse für die Panzerbekämpfung zu entwickeln und damit früher zu den „KE-Geschossen“ zu kommen, die allein mit kinetischer Energie die Panzerung feindlicher Kampffahrzeuge durchschlagen, wurde nicht weiter verfolgt. Dabei hätte bereits eine stumpfere Spitze – analog der panzerbrechenden Kappe der damaligen Panzergranaten – hinter einer ballistischen Haube ein Abgleiten verhindern können. Aber die Entwicklung zielte hauptsächlich auf eine betonbrechende Granate ab, die die Form einer flügelstabilisierten Unterkalibergranate erhielt. Und die wurden für die meisten Geschütze der deutschen Artillerie entwickelt: für die Standardgeschütze wie die 10,5-cm und 15-cm Feldhaubitzen, den 21-cm Mörser 18, aber auch Exoten wie den nur als „Einzelstück“ vorhandenen 35,5-cm Mörser 1von Rheinmetall. Und als Krönung wurden Geschosse noch für französische 34-cm Marinerohre, die im 1. WK auf Eisenbahnlafetten gesetzt worden waren, entwickelt. Die kleineren Pak-Kaliber 3,7- und 5-cm wurden auch nicht vergessen; als Vollgeschosse erwiesen sie sich als wenig tauglich, als Sprenggeschosse waren sie fast wirkungslos. Aber es wurde munter produziert vom Röchlingwerk, geschmiedet, ausgebohrt, ölgehärtet und dann mit den Flossen versehen und bezündert. Dabei war der Zünder ein Wunderwerk, sollte er doch im Gegensatz zu den einfachen Aufschlagzündern viel mehr leisten, die beim Auftreffen auf Beton oder Mauerwerkziele zündeten und nach einer kleinen Verzögerung detonierten. Der Zünder sollte „erkennen“, dass er beim Durchgang konstant verzögert und dann beim Eintritt in einen Hohlraum, wo die Verzögerung wegfiel, sofort detoniert. Rheinmetall und Zeiss-Ikon mühten sich, dieses Problem zu lösen. Auch die Gestaltung der Flossen warf Probleme auf, ihre Anzahl, Form, Befestigung usw. war zu optimieren. Und als dies alles endlich erfolgt war, ging es an die Erprobung im scharfen Schuss. Man könnte die Register-Arie des Leporello aus „Don Giovanni“ anstimmen, wenn man die Länder und Festungen aufzählt, wo überall Befestigungen beschossen wurden: Es begann auf dem Schießplatz Hillersleben mit eigens dafür erbauten Betonwänden und ging weiter mit tschechischen, belgischen und französischen Festungen, Forts und Bunkern. Und jeder einzelne Schuss wurde vermessen und registriert: Trefferlage, Eindringtiefe, Zerstörungswirkung usw.

Herr Rogge hat in über zehnjähriger Forschungstätigkeit alle diese Unterlagen aufgespürt und zusammengetragen. Dazu bietet er auch unzählige Bilder der RöGr, der Trefferwirkungen, der beharkten Forts und der Übeltäter, der Geschütze bis hin zur 34-cm Eisenbahnkanone in Schleiflafette. Und er nennt Zahlen der beim Kriegsende vorhandenen Bestände an RöGr der verschiedenen Kaliber, die so riesig waren, dass man glauben könnte, deren Fertigung sollte hauptsächlich den Gewinn der Röchling Stahlwerke sichern. Dies besonders, wenn man berücksichtigt, dass auch noch die Hochdruckpumpe / V 3 rund um die Uhr 15-cm RöGr auf London feuern sollte. (Und dann ist noch als Bonus die Erwähnung einer 31-cm Granate für ein deutsches 31-cm Geschütz, wer kennt es?)

Tun Sie es. Etwas Derartiges wird Ihnen sicher nicht mehr geboten werden. H. Jäger

 
 

Normandie 2017

Text und Bilder: Peter und Helga Weinreich


[Die Redaktion entschuldigt sich für die verspätete Veröffentlichung.]

Der diesjährige Urlaub der Familie Weinreich in die Normandie hat uns zu einigen der Landungsabschnitte der Invasion von 1944 geführt. Zuletzt waren wir hier vor 20 Jahren, und man muss sagen: Es hat sich vieles verändert – nicht nur zum Besseren. Konnte man früher so gut wie alles frei und ungehindert besuchen, so ist es nun entweder ein Museum oder abgesperrt und verwachsen bis unzugänglich. Aber all dem zum Trotz haben wir dann doch noch einiges Neues zu Gesicht bekommen.

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Mallorcas Obelisken - Eine verspätete Antwort

Text und Bilder: Oliver Zauzig

Im AM Wall 65 (Dezember 2008) fragte unser damaliger Präsident, Matthias Schneider, nach der Funktion der „Obelisken“, die sich in der Bucht von Alcúdia im Nordosten der spanischen Baleareninsel Mallorca befinden. Er vermutete, dass diese zur Orientierung bzw. zu Übungszwecken für die spanische U-Boot-Waffe dienten, die auf der Insel bis in die frühen 1970er Jahre einen Stützpunkt hatte.

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Sonne, Bier und Gummistiefel. Bericht zur INTERFEST-Jahrestagung in Antwerpen vom 06. bis 10. Mai 2018

Text: Oliver Zauzig und Sebastian Höbig, Bilder: S. Höbig

Damit hatte der noch amtierende Geschäftsführer Florian Brouwers wohl nicht gerechnet, aber alle Teilnehmer hatten seine Anweisungen genauestens studiert und sich an den Vorgaben orientiert. Anders lässt es sich nicht erklären, dass fast alle Teilnehmer ihre Gummistiefel dabei hatten (und einige Wenige sogar einen Helm). So war es auch unvermeidbar, dass ständig jemand fragte, wann denn das wasserdichte Schuhwerk benötigt werde. Spätestens am zweiten Tag war klar, dass es nicht wirklich einen Grund gab, die unhandlichen Dinger mitzuschleppen. Trotzdem war damit das geflügelte Wort, oder besser: der geflügelte Satz bei den Teilnehmern in aller Munde. Damit ließ sich vorzüglich scherzen, was immer eine gute Voraussetzung ist, drei Tage miteinander gut auszukommen. Das hat auch vorzüglich geklappt.

Weiterlesen: Am Wall Nr. 103 - Sonne, Bier und Gummistiefel Bericht zur INTERFEST-Jahrestagung in Antwerpen vom 06. bis 10. Mai 2018

Reisebericht einer Schweiz-Tour vom 09.09.2017 bis 16.09.2017

Text und Bilder: Peter Thiel

Es ist 2 Uhr am Morgen des 09. September, als sich Schorsch Dietz, Lukas Zipp und ich, drei Festungsfreunde des Westwallmuseums "Festungswerk Gerstfeldhöhe", auf den Weg machen zu einer tollen Festungswoche in die Schweiz.

Weiterlesen: Am Wall Nr. 102 - Reisebericht einer Schweiz-Tour vom 09.09.2017 bis 16.09.2017

Spätsommerliche Reise zu ausgewählten Befestigungsanlagen der Ile de Ré

Text und Bilder: Heinz Schramm

Dass die französische Küstenregion Charente-Maritime mit den Hauptorten La Rochelle und Rochefort sowie die vorgelagerten Inseln Ile de Ré, Ile d´Aix und Ile d´Oléron über eine Vielzahl gut erhaltener Befestigungsanlagen verschiedenster Bauperioden verfügt, darf wohl als bekannt vorausgesetzt werden. Schon in seinem Beitrag „Ein kleiner Streifzug zu Befestigungsanlagen in der Charente-Maritime“ [1] beschreibt M. Oehlrich anschaulich nahezu alle größeren Anlagen, die im Zeitraum zwischen dem XVI.-und XX. Jahrhundert errichtet wurden. Mit der Planung und Ausführung waren so renommierte Festungsbauer wie Ferry, Blondel, Vauban und Montalembert - aber auch eher unbekannte französische Armee-Ingenieure des XIX. Jahrhunderts und Planer der Organisation Todt betraut. Zu den wenigen Orten die damals wegen privater oder sonstiger Nutzung nicht zugänglich waren gehörte das Fort de la Prée auf der Ile de Ré. Auch meine erste Er-kundung - vor 15 Jahren - scheiterte am verschlossenen Tor des Forts. Grund genug dieses außergewöhnliche Befestigungswerk - das seit einiger Zeit Besuchern offensteht - einer genaueren Betrachtung zu unterziehen.

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